Terrarium für Vogelspinnen und Skorpione einrichten

Mexican red-knee tarantula for a tarantula and scorpion enclosure setup

Kurz gesagt: Eine bodenbewohnende Vogelspinne wie die Mexikanische Rotknie braucht ein niedriges, ausbruchsicheres Terrarium mit etwa dreifacher Beinspannweite als Länge, 22–28 °C, eher trockenen Bodengrund mit einer feuchten Ecke und eine passende Höhle. Skorpione wollen tiefer graben und ein Klima wie in ihrer Heimat – feucht beim Kaiserskorpion, trocken bei Wüstenarten. Baumbewohnende Vogelspinnen brauchen dagegen Höhe, Querlüftung und eine strukturierte Rückwand.

Mexikanische Rotknie-Vogelspinne für das Terrarium für Vogelspinnen

Bodenbewohner, Baumbewohner oder Gräber – welches Tier haben Sie?

Bevor Sie ein Terrarium kaufen, sollten Sie wissen, wie Ihr Tier in der Natur lebt. Für die Einrichtung spielen vier Lebensweisen eine Rolle.

  • Bodenbewohnende Vogelspinnen wie Rotknie (Brachypelma hamorii) oder Chile-Rose leben am Boden in Höhlen. Sie sind schwer gebaut und verletzen sich bei Stürzen leicht.
  • Baumbewohnende Vogelspinnen wie die Antillen-Baumvogelspinne (Caribena versicolor) spinnen ihre Wohnröhren weit oben an Ästen und Stämmen.
  • Grabende Arten verbringen fast ihr ganzes Leben im Bau. Viele sind wehrhaft – nichts für den Einstieg.
  • Skorpione teilen sich in feuchtigkeitsliebende Waldbewohner wie den Kaiserskorpion (Pandinus imperator) und Arten aus Wüsten und Trockengebieten.

Wie groß muss ein Terrarium für Vogelspinnen und Skorpione sein?

Wichtig vorab: Das BMEL-„Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“ von 1997 gilt nur für Reptilien – für Vogelspinnen und Skorpione gibt es in Deutschland keine amtlichen Mindestmaße. Auch der aktuelle Entwurf zur Überarbeitung, zu dem die Bundestierärztekammer am 5. Dezember 2025 Stellung genommen hat, erweitert den Rahmen nur auf Amphibien. Sie orientieren sich also an bewährten Faustregeln aus der Halterpraxis.

Tier (ausgewachsen)GrößeTerrarium L × B × HTemperaturLuftfeuchteBodengrund
Rotknie-Vogelspinne (Boden)12–15 cm Spannweite40 × 30 × 30 cm22–28 °C60–70 %10–12 cm
Chile-Rose (Boden)12–14 cm Spannweite40 × 30 × 30 cm20–26 °C50–60 %10–12 cm
Antillen-Baumvogelspinne (Baum)12–15 cm Spannweite30 × 30 × 45 cm24–28 °C65–75 % bei guter Lüftung5–8 cm
Kaiserskorpion (feucht, grabend)15–18 cm Länge60 × 30 × 30 cm25–30 °C70–80 %12–15 cm
Wüstenskorpion (trocken, grabend)12–14 cm Länge60 × 30 × 30 cm24–32 °C Gefälle30–50 %12–15 cm

Unsere Faustregel für Bodenbewohner: Länge etwa dreimal, Breite etwa zweimal die Beinspannweite – und zwischen Bodengrund und Deckel höchstens eine Spannweite Luft. In einem 30 cm hohen Becken mit 10–12 cm Substrat sind Sie damit auf der sicheren Seite. Größer ist bei schweren Bodenspinnen also nicht automatisch besser.

Wie richten Sie das Terrarium sinnvoll ein?

Für bodenbewohnende Vogelspinnen

  • Hinten: eine halb eingegrabene Höhle mit seitlichem Eingang – so sitzt die Spinne gern im Eingang und beobachtet.
  • Vorn: freie Fläche zum Jagen und ein flacher, kippsicherer Wassernapf.
  • Eine Ecke: leicht angefeuchteter Bodengrund. Gießen Sie alle ein bis zwei Wochen etwas Wasser hinein, statt das Tier zu besprühen.
  • Rückwand: eine flache Erd- oder Wurzelstruktur, die natürlich wirkt, aber keine hohen Kletterwege schafft.

Für Baumvogelspinnen

Hier ist die Rückwand das wichtigste Möbelstück. Baumbewohner verankern ihr Gespinst im oberen Drittel, am liebsten zwischen Wurzel und strukturierter Wand. Eine hochformatige Wurzelrückwand bietet unzählige Ankerpunkte, ein schräger Ast davor schafft eine zweite Ebene. Lassen Sie die Front frei, damit Sie die Tür öffnen können, ohne das Gespinst zu zerreißen.

Für Skorpione

Skorpione graben. Stellen Sie Steinplatten und Höhlen deshalb direkt auf den Beckenboden und füllen Sie erst dann den Bodengrund auf – so kann nichts einstürzen. Laub obendrauf sorgt für Deckung. Der Kaiserskorpion mag Wurzeln und Spalten in der Rückwand, Wüstenarten kommen gut mit einer Felsrückwand zurecht, die Wärme von einer seitlich angebrachten Heizmatte aufnimmt.

Hochformatige Wurzelrückwand im Terrarium für Baumvogelspinnen

Welche Rückwand passt in welches Terrarium?

Unsere Rückwände sind jeweils rund 2,5 cm kleiner als die gängigen Innenmaße. So lassen sie sich bequem einsetzen und mit Silikon an die Rückscheibe kleben. Messen Sie vor der Bestellung Innenbreite und -höhe nach – unser Größenratgeber für Terrarium-Rückwände zeigt Ihnen, wie.

Terrarium (Front B × H)TierRückwand (B × H)Passender Stil
45 × 30 cmBodenvogelspinne, kleiner Skorpion42,5 × 27,5 cmErde und Wurzeln, flach
60 × 45 cmKaiserskorpion, große Bodenvogelspinne57,5 × 42,5 cmWurzeln in dunkler Erde oder Felshöhle
90 × 45 cmSchauterrarium mit mehreren Zonen87,5 × 42,5 cmWurzeln in Erdschichten
30 × 45 cm und andere HochformateBaumvogelspinneSondermaßDünne Wurzeln, hochformatig

Gerade kleine Spinnenbecken folgen selten Standardmaßen. Dann lohnt sich eine Rückwand in Wunschgröße.

Rückwand mit Wurzeln in dunkler Erde für ein Skorpion-Terrarium

Brauchen Vogelspinnen und Skorpione Wärme und Licht?

Die meisten Vogelspinnen kommen in einer beheizten Wohnung ohne Zusatzheizung aus. Fällt Ihr Zimmer im Winter unter 20 °C, kommt eine kleine Heizmatte an eine Seitenscheibe – nicht unter den Boden, denn grabende Tiere würden sich darauf zubewegen. Ein Thermostat ist Pflicht, ein Min-Max-Thermometer zeigt Ihnen, was nachts passiert.

UVB brauchen beide Gruppen nicht. Eine schwache LED mit Zeitschaltuhr für zwölf Stunden reicht für den Tag-Nacht-Rhythmus. Skorpione leuchten unter UV-Licht blaugrün – spannend für die Taschenlampe am Abend, aber kein Dauerlicht.

Welche Verstecke und Deko sind geeignet?

Jede Vogelspinne und jeder Skorpion braucht mindestens ein Versteck, das eng anliegt. Ist die Höhle zu groß, verkleinert das Tier sie mit Gespinst oder Erde; ist sie zu klein, gräbt es selbst und untergräbt womöglich Ihre Deko. Ideal ist eine Innenfläche, die etwas größer ist als das Tier, mit ebenerdigem Eingang.

Künstliche Verstecke wie der Petrified Driftwood Shelter sind schwer genug, um nicht zu verrutschen, haben keine scharfen Kanten und schimmeln nicht – anders als echte Rinde im feuchten Skorpionbecken. Weitere Formen finden Sie in unserer Kollektion Deko für Vogelspinnen-Terrarien.

Künstliches Wurzelversteck für Vogelspinne und Skorpion

Was kostet eine Vogelspinne im ersten Jahr?

Wirbellose gehören zu den günstigsten Terrarientieren, auch weil oft keine Heizung nötig ist. Richtpreise 2026 in Euro:

PostenRichtpreis 2026
Rotknie-Vogelspinne, Jungtier20–60 €
Kaiserskorpion, halbwüchsig25–45 €
Glasterrarium 40 × 30 × 30 cm mit Flügeltüren50–90 €
Bodengrund (Kokoshumus und Erde)10–20 €
Versteck, Wassernapf, Laub25–60 €
Heizmatte mit Thermostat (optional)40–70 €
Digitales Min-Max-Thermo-Hygrometer10–25 €
Futterinsekten für ein Jahr30–60 €
Summe erstes Jahrca. 190–430 €

Rotknie und Kaiserskorpion stehen in Anhang B der EU-Artenschutzverordnung (CITES Anhang II). Kaufen Sie Nachzuchten und heben Sie die Herkunftsnachweise des Züchters gut auf. Einige Bundesländer haben außerdem Gefahrtier- oder Gifttiergesetze, die bestimmte stark giftige Skorpione erfassen – prüfen Sie vor dem Kauf, was bei Ihnen gilt.

Welche Fehler passieren am häufigsten?

  • Zu hohe Becken für schwere Bodenvogelspinnen – Sturzgefahr.
  • Reiner Sand oder Kies: zu trocken und zu hart zum Graben.
  • Die Spinne direkt besprühen, statt eine Ecke des Bodengrunds zu befeuchten.
  • Stehende Luft bei Baumbewohnern – das fördert Schimmel. Achten Sie auf Querlüftung.
  • Mehrere Skorpione ohne Erfahrung zusammen halten. Kannibalismus kommt vor, besonders nach der Häutung.
  • Futtertiere während der Häutung im Becken lassen. Entfernen Sie sie und warten Sie danach mindestens eine Woche mit dem Füttern.

Das Versteck ist in allen diesen Terrarien das wichtigste Element. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Verstecke und Höhlen: wie viele, wie groß, wohin?

Häufige Fragen

Darf eine Bodenvogelspinne eine 3D-Rückwand bekommen?

Ja, solange über dem Bodengrund nur etwa eine Beinspannweite Höhe frei bleibt. Wählen Sie eine flache Erd- oder Wurzelrückwand, die Struktur bringt, aber nicht zu langen Kletterpartien einlädt.

Wie oft füttere ich meine Vogelspinne?

Erwachsene Tiere fressen alle ein bis zwei Wochen ein bis zwei passende Insekten, Jungtiere etwa zweimal pro Woche. Ist der Hinterleib prall oder steht eine Häutung an, setzen Sie aus.

Ist der Kaiserskorpion gefährlich?

Sein Stich wird meist mit einem Bienenstich verglichen, und er setzt lieber seine Scheren ein. Allergiker sollten trotzdem vorsichtig sein. Arten aus der Familie Buthidae sind für Einsteiger tabu.

Kann ich Vogelspinne und Skorpion zusammen halten?

Nein. Beide sind Jäger und töten sich früher oder später gegenseitig. Jedes Tier braucht sein eigenes Terrarium.

Lust auf ein natürliches Zuhause für Ihre Spinne oder Ihren Skorpion? Stöbern Sie in unserer Kollektion Deko für Vogelspinnen-Terrarien oder schicken Sie uns Ihre Beckenmaße für eine Rückwand nach Maß.